Aus dem "Sauerlacher Gemeindeblatt" vom März 2020

Montag - Ein besonderer Tag für Vorschulkinder

Jeden Montagmorgen freut sich Emma ganz besonders in den Kindergarten zu gehen, denn am Montag findet Psychomotorik für alle Vorschulkinder statt. Wenn man den Begriff das erste Mal hört, stellt man sich unweigerlich die Frage „Was ist Psychomotorik?“.

Psychomotorik berücksichtigt die enge Beziehung zwischen dem Geistig-Seelischen und Körperlich-Motorischen. Hier steht das Kind im Mittelpunkt allen Denkens und Handelns. Es wird die gesamte Lebenswelt des Kindes betrachtet. Bewegung ist beispielsweise für Kinder ein Hilfsmittel, um ihre Bedürfnisse und Gefühle auszudrücken. In vielen Fällen geschieht dies auch in Rollenspielen. Kinder können unglaublich kreativ sein, sie haben eine unbegrenzte Phantasie und können diese in der Psychomotorik ausleben.

Außerdem gibt die Psychomotorik den Kindern Sicherheit und Stabilität bei der Ausbildung ihrer eigenen Persönlichkeit. Das Vertrauen der Kinder in sich selbst wird enorm gestärkt und die Kinder lernen ein positives Selbstkonzept zu entwickeln.

Emma ist schon ein richtiger Profi in der Psychomotorikstunde. Aufgrund ihrer Trisomie 21 hat sie einen der sieben Integrationsplätze und somit schon seit über zwei Jahren, neben Heilpädagogik- und Logopädie- auch Psychomotorikstunden im Kindergarten. Das unterstützt Emma sehr beim Kontakte knüpfen und der Integration ins gemeinsame Spielen mit anderen Kindern. Auch ihre Fähigkeit zur Planung aufeinanderfolgender Handlungen hat sich dadurch verbessert.

Nicht nur in der Psychomotorik stehen die Kinder im Mittelpunkt. Im Kindergartenalltag wird sehr liebevoll und respektvoll auf Emmas Bedürfnisse eingegangen, sodass sie jegliche benötigte Unterstützung bekommt. Es ist schön zu sehen, dass es keinen Unterschied macht, ob sie ein Integrationskind ist oder nicht. Jedes Kind wird dort abgeholt, wo es steht und als eine Person mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen. Die Kinder bekommen die Möglichkeit sich in ihrem Tempo und ihrem Potential zu entwickeln.

Auch die anderen Kinder erfahren, dass es normal ist unterschiedlich zu sein und dass jeder seine Stärken hat. Sie lernen, dass das verschieden sein eine Chance ist, voneinander zu lernen und man trotzdem oder gerade deswegen miteinander lachen und Spaß haben kann.

Sabine Blum



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